Bike ‘n’ Ride

Rieke hat die Nase vorn. Noch.

Es geht nichts über einen eisernen Willen – oder anders ausgedrückt: mein Fitnessprogramm trägt erste Früchte! Seit einem knappen halben Jahr fröne ich dem Rudertraining und verdanke der Schinderei leichteres Durchatmen beim Bezwingen des hiesigen Dorfhügels inklusive 5 Kilo Speckverlust. Und wie das so ist, wenn der Ehrgeiz zwickt und die Lebensfreude steigt – Man(n) oder Frau sucht sich neue Herausforderungen. Ich bin jetzt stolze Besitzerin eines Mountainbikes und fahre damit durch die Botanik. Ergänzend sei gesagt, dass ich früher (mein Gott, wie das klingt!) auf semiprofessioneller Basis Rennrad gefahren bin, von daher steckt die Begeisterung für die Zweiräder nicht allzu tief verborgen. Jedenfalls macht mir das biken riesigen Spass und ich fahre jeden (!) Tag meine 10 bis 12 Kilometer (teils Strasse / teils Gelände). Natürlich peile ich längere Strecken an, sobald Kondition plus Körperform wieder hergestellt sind. Meinen Mann habe ich überreden können, die Räder in den Urlaub mitzunehmen. Wird bestimmt toll, die Schweiz und Liechtenstein via Velo zu erkunden.

Davon abgesehen ist mir meine liebe Anja in sportlicher Hinsicht eine tolle Ergänzung. Heute haben wir den Tagebausee umrundet: Anja hoch zu Ross, ich hoch zu Drahti. Erstaunlicherweise harmonierten wir in puncto Geschwindigkeit super. Von Schrittpassagen, Trabreprisen und Galoppeinheiten war alles vorhanden. Quasi, das perfekte Intervalltraining. Morgen wollen Anja und ich dieselbe Strecke erneut abfahren, nur diesmal ohne Pferd. Ich freue mich schon auf den morgigen Sporttag!

Unterwegs findet sich immer ein Plätzchen zum Üben

Was Anja und Rieke können, schaffen Drahti und ich locker: 1 A Circling Game

Ansonsten geht es meinen Zwergen gut. Sie fressen und genießen das Leben. Dafür hatten wir Sorgen wegen der Futtermittelbeschaffung. Die Heupreise sind explodiert und es gibt kaum noch Raufutter zu erwerben. Lustig das Angebot der Heubörse: Mal eben einen LKW Wiesenheu aus Polen bestellen und dann die 250-300-Kilo-Rolle für 60 Euro weiter verkaufen. Die hiesigen Bauern und Reitställe zeigen mir den Vogel, ganz zu Schweigen von den rund 4000 Euro Vorkasse. :-(

Mit Ach und Krach haben wir 2 Rollen Heu organisieren können. Hoffe, dass ich damit über die Runden komme. Im Endeffekt drängt sich die Frage auf, ob man sich das Hobby „Pferd“ überhaupt noch leisten kann – bei den Versorgungsproblemen. Weder sind wir mit Technik / Flächen zum Heu selber machen, noch mit Lagermöglichkeiten ausgestattet. Da bleibt am Ende nur der Kreuzgang zum Bauern (und die meisten von den Herrschaften hocken auf ihren Rollen wie die Glucke auf den Eiern und lassen das Heu lieber vergammeln, als dass sie etwas abgeben). Traurig, aber wahr.

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Lasst die Spiele beginnen!

Bäh!

Heute brachte die Postbotin ein besonders schönes Präsent: Meinen Gewinn von Silke Vallentins Pferdefotowettbewerb. Klar, dass ich mich riesig gefreut und das neue Parelli-Halfter gleich ausprobiert habe. Es passt super auf Heidis Köpfchen, von Jackys Riesenschädel ganz zu Schweigen. Ausserdem macht die grüne Farbe einen schlanken Huf. :-)

Die Gelegenheit für eine Übungsession war günstig und so habe ich etwas online und liberty gespielt. Meine Prämisse lag diesmal auf einem korrekten Jojo. Herr Hengst besitzt die dumme Angewohnheit, immer alles vorweg zu nehmen. Speziell beim Liberty springt er aus dem Rückwärts ins CG, obwohl er nur Jojo machen soll. Also habe ich heute Hüfchen für Hüfchen gefordert, was ganz gut klappte. Das Auf-der-Stelle-Gehample muss ich noch irgendwie ausmerzen – er schwenkt den Hintern hin und her und fragt: Soll ich jetzt losrennen?

Eine weitere Neuerung stellt der Videonachmittag von Anja und mir dar. Wir treffen uns 1 x in der Woche, schauen Pferde-DVDs, mümmeln Kuchen und schlürfen Käffchen. Gestern haben wir zwei Kapitel des „Liberty and Horse Behavior“-Kurses geschafft, danach rauchten uns die Köpfe. Apropos Kopf: Riekchen darf sich über ein neues Level-1-Set freuen (hat sie von ihrem Frauchen zu Weihnachten bekommen). Guckst du hier:

Das kleine Schwarze

Zu guter Letzt noch eine spektakuläre Flugphase:

Rieke – athletisch wie ein Sägebock :-)

Boom Boom Bäng!

Im Dorf wird schon eifrig mit Böllern geknallt, was mich unweigerlich an das dahinscheiden des alten Jahres erinnert. Die Tiere sind versorgt und werfen bestimmt den ein oder anderen genervten Blick gen Himmel. 2012 steht vor der Tür. Was wird´s wohl bringen? Hoffentlich nur Gutes. Ich will weiter an meiner figürlichen Runderneuerung arbeiten. Bisher habe ich mich von 84 auf 79,4 Kilo reduziert. Geht doch!, würde Christoph Waltz jetzt sagen. Dann möchte ich meine Buchprojekte voran bringen. Der Roman liegt beim Verlag, und meine Agentin wartet auf das neue Expo. Pferdemäßig soll Jack endlich gesittet durchs Dorf laufen. Und Heidi? Die wird angespannt. Den krönenden Abschluss bildet mein Rendezvous mit Jake Gyllenhaal. Alternativ dürfen Bradley Cooper oder Ed Quinn in die Bresche springen – irgendeiner wird schon Zeit für mich finden :-)

In diesem Sinne wünsche ich euch einen guten Rutsch und von Herzen alles Gute für 2012!

Stürmischer Ausflug

Seepferde

Nein, wir liegen nicht auf der faulen Haut. Im Gegenteil – am Wochenende haben Anja, Rieke, Heidchen und ich gegen den Sturm angekämpft. Ein echter Hardcore-Spaziergang! Den Pferden hats gefallen; sie waren munter drauf, wollten rennen und den ein oder anderen Bocksprung loswerden. Eigentlich hatte ich Jack als Begleiter auserkoren, aber der Herr war so extrem drauf, dass ich den Ausflug aus Sicherheitsgründen abbrechen musste. Bringt ja nix, wenn er mir auf die Bundesstrasse springt oder sich losreisst und in den Verkehr rennt. Ein Horrorszenario, auf das ich gern verzichte. Parallel dazu weilte ich an diesem Tag sowieso nicht in meiner mentalen Mitte, und als Jack dann sein Krawall-Programm abspulte (Steigen, schlagen, beißen, losstürmen etc.) keimten alte Ängste wieder auf. Ich muss mir zugute halten, dass ich seine Provokationen ignoriert habe (früher hätte ich ihn verdroschen!) Bin dann vom Fussweg wieder zurück vor meine Toreinfahrt und habe ihn dort seitwärts geschickt, bis er wieder auf der linken Gehirnhälfte tickte. Dann noch ein kleiner Kampf (wir gehen SCHRITT!) durchs Gartentor und ab ins Paddock. Kurios ist, dass mein Bauchgefühl mir von vorne herein suggeriert hatte, ich solle doch Heidi als Begleitung nehmen, aber nein, ich musste ja unbedingt Jack wählen, und das, obwohl ich wusste, wie der Ausflug enden würde: in Stress & Chaos. Lange Rede, kurzer Sinn: Ich habe dann die Pferde getauscht und selbst Heidchen war lustig drauf. Bei ihr ist aber alles am seidenen Faden regulierbar. Mein Lernfazit lautet, dass ich a) endlich auf mein Bauchgefühl hören soll, b) immer noch alte Ängste in mir schlummern und c) ich noch jede Menge Arbeit mit Jack habe. Hauptsache, ich muss mich meiner Angst nicht schämen. Es gibt garantiert viele Menschen, die sagen, Herrgott, lass dich doch von nem Pony nicht einschüchtern (alternativ: verarschen). Aber was wären denn die Lösungsansätze? Garantiert nichts Horsemanship-Konformes. Nun ja, ich werde den Fussweg bzw. Strassenverkehr ganz oben auf meine 2do-Liste setzen. Dann habe ich für´s nächste Jahr wieder was zu basteln.