Wochenrückblick

1. Hundeschule

Fahnenappell (ich bin das unter dem Pfeil)

Wie angekündigt nahmen wir an der kostenlosen Schnupperstunde teil. Es waren ca. 20 weitere Interessenten anwesend, darunter auch der Torwart einer Bundesliga-Mannschaft, was die Laune meines fussballverrückten Mannes schlagartig hob. An Hunden war alles bunt gemischt: Border Collie, Berner Sennen, Beagle, Mischlinge, Schäferhunde, Boxer usw. Einige der vierbeinigen Kandidaten benahmen sich ziemlich daneben (zerren, kläffen, raufen, rüpeln, sogar anpinkeln des Frauchens), dagegen verhielt sich mein Dobi wie ein Deckchen. Na ja, ein grob gestricktes Deckchen. Zumindest war es erstaunlich, wie schnell Bruce in den Hundeplatz-Modus wechselte. Er spulte sein Pflichtprogramm ab. Konditionierter Gehorsam, auch “Hundeplatz-Idiot” genannt. :-/

Der Trainerstab setzt sich aus Profis zusammen. Und damit meine ich wirkliche Profis. Zig-fache Meisterschaftstitel, weltweit anerkannte Polizei- und Diensthundeausbilder, Hochleistungssportler. Experten, die ihr Wissen auch dem Otto-Normal-Gassigänger zur Verfügung stellen. Die Anlage ist beeindruckend, eine riesige Rasenfläche mit Flutlicht, Hindernissen, Hundepension usw. Angeboten wird das Rund-um-Sorglos-Paket: von Welpenstunde über Trick Dogs, Agility, Obedience, Turniersport, Hundeschule, Ausbildung von Spezialdisziplinen (Drogen / Polizei usw.)

Der Trainer hat einen knapp 4stündigen (!) Vortrag über die Aspekte der Ausbildung gehalten und dabei die Thematik auf die nackte Wahrheit herunter gebrochen: Tierausbildung ist Menschenausbildung. Punkt. Dasselbe Credo predigt The Godfather of Horsemanship Pat Parelli seit Ewigkeiten, daher spendierte ich begeistert Applaus. Als nächstes folgten Rollenspiele (ohne Hund), um zu verdeutlichen, wo kommunikative Missverständnisse lauern – auch das kenne ich von diversen Horsemanship-Kursen. Erneuter Pluspunkt. Einziges Manko mag die rhetorische Unverblümtheit gewesen sein. Wer wird schon gerne vorgeführt? Aber das muss jeder für sich selbst entscheiden. Der Blick in den Spiegel schmerzt – das durfte ich zu Beginn meiner Horsemanship-Laufbahn auch erleben. Entweder, man erkennt die Defizite und nutzt die Chance sich zu ändern, oder man resigniert (und macht so weiter wie bisher). An dieser Stelle fällt mir ein Satz des Trainers ein, der sinngemäß lautete, dass die Hunde dann als “Einrichtungsgegenstände” enden. Als Dinge, die nur noch nebenher existieren, weil der Mensch den unhaltbaren Zustand (Aggression / Zerstörungswut etc.) als “normal” und “unabänderlich” akzeptiert hat (vergleiche auch das Elend der vielen Reitschul- und Pensionspferde, die unter der Ignoranz & Inkompetenz ihrer Menschen leiden).

Ein weiteres Highlight war eine Vorführung von Hunden unterschiedlichen Ausbildungsstandes, darunter ein Polizeihund (Belg. Schäferhund) und ein kleiner Jack Russel. Was soll ich schreiben? Die hörten alle 1 A! Sogar der Wadenbeisser lief Bei Fuss wie ein alter Hase. Da soll noch mal einer sagen, kleine Hunde wären zu dumm zum lernen. Dieselben Vorurteile wie bei den Shettys …

Zu späterer Stunde sassen wir im Schulungsraum, tranken Tee, knabberten Lebkuchen und lauschten den organisatorischen Modalitäten. Alles in allem hat mich das Konzept überzeugt, weshalb wir im Frühjahr nächsten Jahres die Schulbank drücken werden. Eher klappt es leider nicht, weil der Winter bevor steht und bei Schnee und Wetterchaos traue ich mir die lange Fahrtstrecke nicht zu. Ab April 2012 starten wir dann durch. Meine Tochter (9) wird mich begleiten und die Ausbildung unserer Beagle-Dame Penny übernehmen. Dann haben beide was davon: Penny lernt Gehorsam, und mein Töchti übernimmt Verantwortung. Yippieh!

2. Herbstspaziergang

Anja und Rieke im Sauseschritt

Diesmal tobten wir über die Wiesen unserer herrlichen Seenlandschaft. Ich hatte Heidchen als Begleitung ausgewählt, damit die Kleine auch mal ausser Haus kommt. Jacky fand das natürlich doof und wieherte uns eine ganze Weile hinterher. Ungerechte Welt! Der Spaziergang war wunderbar entspannend. Heidchen lief brav im Stick to me, absolvierte alle Übungen auf Fingerzeig und strafte die vorbei rauschenden Fahrzeuge mit Nichtbeachtung. Eben eine Seele von Pferd. Anja frischte derweil die 7 Spiele auf. Es war interessant zu beobachten, wie mürrisch Rieke reagierte, sobald die Aufgaben vom einstudierten Programm abwichen. Am Ende klappte es aber richtig gut, sogar die VH- und HH-Wendungen und das Stick to me. Morgen wollen wir wieder zusammen losmarschieren. Man darf also gespannt sein.

3. Pony-Fitness

Feuer frei!

Das CG at Liberty klappt immer besser: Herr Jack schafft schon 3 Runden im Galopp OHNE unterwegs Mätzchen zu veranstalten. Daumen hoch! On Line muss ich immer noch die Schulter weg schicken, ansonsten bemüht er sich, das Seil zu tragen. Die Stolperpausen haben drastisch abgenommen :-)

2 Gedanken zu “Wochenrückblick

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